Archiv für den Monat: Mai 2015

Nochmals nachgefragt ….

Die Neue Oberstufe – mehr als ein Abitur im eigenen Rhythmus

Den Grundstein für die Neue Oberstufe haben die Schüler der ESBZ selbst gelegt. Nach einer Zeit individueller Lernwege in der Mittelstufe erlebten sie die traditionelle Oberstufe als „Gefängnis im 45-Minuten-Takt“ und fanden: Das geht doch auch anders. Gemeinsam mit Lehrern, Eltern, Partnern und finanziellen Unterstützern entwickelten sie binnen eines Jahres das Konzept für die NOS – als logische Fortsetzung der Mittelstufe der ESZB. Projektleiterin Barbara Stockmeier stellt die Neue Oberstufe vor, die im Sommer 2016 die ersten Schülerinnen und Schüler aufnehmen soll.

@  Vielfalt für die Bildungslandschaft: „Wir wollen ergänzen, nicht abschaffen.“

Die Neue Oberstufe soll keine Alternative, sondern eine Ergänzung zur bestehenden Oberstufe sein. Das Angebot richtet sich vor allem an Schüler, die ihr Potenzial in der bisherigen Oberstufen-Form nicht entfalten können. Darüber hinaus bietet die NOS Schülern, die kein Abitur anstreben, neue Bildungswege an.

Mehr als Abitur: „Ausbildungsqualität steigern, Abbrecherquote senken“

Wer die zehnte Klasse erfolgreich absolviert hat, kann in die NOS gehen. Ziel ist jedoch nicht unbedingt das Abitur. NOSler können sich beispielsweise auch gezielt auf Aufnahmeprüfungen oder eine Lehre vorbereiten. Neben der Allgemeinen Hochschulreife sind auch das Fachabitur, das Anfertigen eines Lehrstücks oder das Zusammenstellen eines Portfolios möglich. So spezialisiert und orientiert, können sich die Absolventen besser bewerben – ob an Unis oder bei Unternehmen.

Den eigenen Lernweg gestalten – und trotzdem den Rahmenlehrplan erfüllen

  • Das Bildungsverzeichnis listet die Angebote des Jahres auf. Sie sind themen- und nicht fächerorientiert.
  • Ein Kompetenzraster zeigt, was in welchem Umfang fürs Zentralabitur oder andere Ziele zu erledigen ist.
  • Eine Lerndatenbank in Kombination mit einem Ampelsystem spiegelt den jeweiligen Stand. Schüler mit dem Ziel Abi wissen: Am Ende müssen die Kompetenzen und Inhalte der Rahmenlehrpläne earbeitet sein – wie beim normalen Abitur.
  • Um sich dieses Wissen anzueignen, stehen viele Wege offen: Von interdisziplinären Lernangeboten in der Schule über Kooperationen mit Unis und Unternehmen bis zu selbstorganisierten Praktika.
  • In der elften und zwölften Klasse können die Schüler jeweils bis zu acht Wochen lang ins Ausland gehen.

@  Freiheit mit festem Netz: „Teams, Tutoren und Peers steuern“

Freiheit ja, Einzelgängertum nein: Ein Maximum der Lernzeit findet in Teams statt. Jeder Jugendliche hat einen Lehrer als Tutor und Coach an der Seite, der ihn intensiv betreut: Wo stehst Du? Brauchst Du Hilfe? Hier solltest Du ansetzen! Die Schüler reflektieren miteinander ihre Fortschritte in den Peer-Learning-Tauschbörsen. Hier stellen sie sich, ihre Arbeit, ihren Fortschritt und ihre Kompetenzen vor. Dabei trainieren die jungen Leute Eigenverantwortung und Selbstreflexion genauso wie Problemkompetenz und Teamarbeit – Eigenschaften, die die Arbeitswelt mehr denn je fordert.

Lehrer als Coach: „Logische Konsequenz unserer bisherigen Arbeit“

Begleiten und beraten statt im Einheitstakt marsch – jeder Lehrende an der ESBZ tut das längst mit den jüngeren Schülern. Für die Aufgaben in der Neuen Oberstufe bilden sich die Pädagogen dennoch stetig fort: Führung/Leadership, Visualisierungen, Moderationstechniken und Coaching gehören zu ihren Themen.